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Sozialpädagogischer Tag gegen Alltagsrassismus Drucken

sozpäd vorschauBereits zum 19. Mal haben die Jugendämter in Rhein-Kreis Neuss und das BBZ Grevenbroich zum Sozialpädagogischen Tag in die Aula eingeladen. Das diesjährige Thema lautete „Alltagsrassismus am Beispiel von Kinderbüchern". Angehende Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen haben sich am Vormittag damit beschäftigt; am Nachmittag haben Erzieherinnen aus dem Einzugsgebiet an dem Fachvortrag teilgenommen.

Alltagsrassismus in Kinderbüchern? Ausgerechnet in den Medien, mit denen Pädagogen unseren Kleinsten einen Blick in die Welt ermöglichen wollen? „Da steckt sicher keine böse Absicht dahinter", meint der Referent Austen P.  Brandt von Phoenix e.V., „aber die Darstellungen in vielen Büchern reduzieren oftmals Menschen auf äußerliche und zudem fragwürdige Merkmale." Dafür bringt er viele Beispiele. Da werden Türken als Müllmänner dargestellt, im „wilden Kurdistan" überfallen berittene Kurden mit Messern zwischen den Zähnen einen Zug mit Europäern und Schwarzafrikaner wohnen überwiegend in Lehmhütten mit Strohdächern. Europäer dagegen werden mit Technik, Vernunft und wissenschaftlicher Überlegenheit in Verbindung gebracht.

Solche Bilder prägen unsere Vorstellung von der Unterschiedlichkeit der Rassen von klein auf. Und wenn diese unreflektiert in uns gären, besteht die Gefahr, dass der Rassismus zunimmt. „Dabei gibt es gar keine Rassen.", erklärt Austen P. Brandt. „Die Einteilung der Menschen in Weiß, Schwarz, Rot und Gelb wurde vor rund 500 Jahren in der Kolonialzeit konstruiert, um mit der angeblichen Höherwertigkeit der Europäer die Unterdrückung anderer Menschen zu rechtfertigen."

Wie aber sollen Erzieherinnen und Erzieher damit umgehen? Brandt hat auch positive Beispiele gezeigt, in denen differenzierte und wirklichkeitsnahe Bilder von Menschen gezeigt werden. Und auf die Frage, warum solche Bücher heutzutage noch produziert werden, hat er eine verblüffend einfache Antwort: „Die Bücher werden solange produziert, wie sie gekauft werden."

Auch wenn nicht alle Besucher überzeugt worden sind, hat der Referent doch etwas erreicht: Er hat die Pädagogen für ein äußerst schwieriges Thema sensibilisiert.